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Arbeitgebertag 2026: Die Schweiz zwischen Offenheit und Wachstumsschmerz

Geschrieben von SAV Schweizerischer Arbeitgeberverband | 01.07.26 07:26

Der Arbeitgebertag 2026 im Hotel Marriott in Zürich griff den Volksentscheid zur 10-Millionen-Schweiz und seine innen- und aussenpolitische Signalwirkung auf. Vor rund 200 Gästen aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik zeigte sich Severin Moser, der gleichentags als Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes für weitere drei Jahre bestätigt wurde, erleichtert über den Entscheid. Gleichzeitig sprach er die Hausaufgaben an, die sich daraus für die Schweiz ergeben. Der EU-Botschafter Andreas Künne schlug in seinem Referat die Brücke zu den Bilateralen III und brachte den Blickwinkel der Europäischen Union ein. In einer angeregten Podiumsdiskussion zur arbeitsmarktbezogenen Zuwanderung griffen vier Nationalrätinnen und Nationalräte der Bundesratsparteien die Themen der Vorredner auf und debattierten über Lösungsansätze und ihre politischen Forderungen.

Bildquelle: SAV

Vor 200 Gästen eröffnete Severin Moser, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, den Arbeitgebertag 2026 und kam sogleich auf den jüngsten Abstimmungserfolg bei der Nachhaltigkeitsinitiative zu sprechen: «Ich bin erleichtert, dass eine Mehrheit der Stimmbevölkerung dieser radikalen Initiative eine Abfuhr erteilt hat. Gleichzeitig gilt es, den signifikanten Ja-Anteil ernst zu nehmen. Fast die Hälfte der Stimmbevölkerung möchte kein ‹weiter wie bisher›», führte Moser aus. Dabei nahm er sowohl Bevölkerung und Politik als auch Arbeitgeber in die Pflicht. Mit der besseren Ausschöpfung des inländischen Arbeitskräftepotenzials habe man es selbst in der Hand, die arbeitsmarktbezogene Zuwanderung aufs Notwendige zu beschränken. Er forderte eine ehrliche Debatte zum Rentenalter, die die demografischen Herausforderungen einbezieht. Die Arbeitgeber rief Moser dazu auf, älteren Arbeitskräften mehr Sorge zu tragen und ihnen ein attraktives Arbeitsumfeld zu bieten. Zugleich müsse die Politik die Anreize konsequent so setzen, dass sich Arbeit auch lohne und nicht etwa einen Rückzug aus dem Arbeitsmarkt oder eine Reduktion des Pensums fördere.

Über diese und weitere Punkte debattierten in einer angeregten Podiumsdiskussion Mitte-Nationalrätin Yvonne Bürgin, SVP-Nationalrat Marcel Dettling, SP-Nationalrätin Mattea Meyer und FDP-Nationalrätin Susanne Vincenz-Stauffacher. Die vier Vertreterinnen und Vertreter der Parteipräsidien fanden zwar keinen Konsens zu den Massnahmen, stimmten aber darin überein, dass mit Blick auf die Bilateralen III die Themen aus der Volksabstimmung die Politik weiter beschäftigen dürften. Auch Andreas Künne, Botschafter der Europäischen Union in der Schweiz und für das Fürstentum Liechtenstein, nahm das Vertragspaket Schweiz–EU in seiner Rede auf. Er zeigte auf, welche Ziele die Europäische Union damit verfolgt und brachte den europäischen Blickwinkel in die Debatte ein. Er legte zudem dar, welche Prioritäten die Europäische Union angesichts der geopolitischen Spannungen setzt und wie Verteidigungs- und Wettbewerbsfähigkeit länderübergreifend gestärkt werden können.

Severin Moser bleibt für weitere drei Jahre im Amt
Im Vorfeld des Arbeitgebertages fand die jährliche Mitgliederversammlung des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes statt. Mit seiner Wiederwahl in den Vorstand wurde Severin Moser für weitere drei Jahre als Präsident bestätigt. Die Mitglieder genehmigten zudem den
Jahresbericht und die Jahresrechnung des Verbandes.

Neue Mitglieder für Vorstandsausschuss und Vorstand
Anlässlich der Mitgliederversammlung wurden 17 Personen in den Vorstand des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes gewählt. Der Schweizerische Arbeitgeberverband dankt den abtretenden Vorstandsmitgliedern für ihr langjähriges Wirken zugunsten der Schweizer Arbeitgeber und heisst die neuen Vorstandsmitglieder herzlich willkommen.

Weitere Auskünfte

Über SAV

Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) ist seit 1908 die Stimme der Arbeitgeber in Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit. Er vertritt als Spitzenverband der Schweizer Wirtschaft rund 90 regionale und branchenspezifische Arbeitgeberorganisationen sowie einige Einzelunternehmen. Insgesamt vertritt er über 100’000 Klein-, Mittel- und Grossunternehmen mit rund 2 Millionen Mitarbeitenden aus allen Wirtschaftssektoren. Der SAV setzt sich für eine starke Wirtschaft und den Wohlstand der Schweiz ein. Er verfügt dabei über anerkanntes Expertenwissen insbesondere in den Bereichen Arbeitsmarkt, Bildung und Sozialpolitik. Geführt wird der Verband von Direktor Roland A. Müller, präsidiert von Severin Moser.

Originalblog SAV vom 30. Juni 2026