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HAW Generalversammlung 2026 (Teil 1)

Geschrieben von HAW Redaktion | 13.05.26 09:14

HAW-Präsident Thomas Anwander begrüsste am 12. Mai 2026 fast 90 Mitglieder und Gäste zur ordentlichen Generalversammlung in den Räumlichkeiten der AXA. In seiner Rede zog er eine kämpferische Bilanz: Während lokalpolitische von der HAW unterstütze KandidatInnen Erfolge feiern, fordern neue globale Krisen und hausgemachte lokale Standortfaktoren die Unternehmen heraus.

Bildquelle: Simon Bründler

Erfolgreiches Geschäftsjahr und personelle Wechsel
Die HAW blickt auf ein aktives Jahr zurück, in dem die statutarischen Traktanden einstimmig genehmigt wurden. Personell markiert diese GV einen Meilenstein: Romana Heuberger wurde unter grossem Applaus verabschiedet, sie wechselt nach ihrer glanzvollen Wahl direkt in den Winterthurer Stadtrat. Anwander gratulierte zudem dem neuen Stadtpräsidenten Stefan Fritschi und betonte, dass diese Wahlerfolge zeigen, was möglich ist, wenn Wirtschaftskräfte und bürgerliche Parteien geschlossen zusammenarbeiten.

Neu in den Vorstand wurde Samuel Brücker (AXA) gewählt, der auf Regula Schenkel-Luthiger folgt. Ein erfrischendes Highlight war der Bericht von Elias Sonderegger und Rolf Stahel, die über ihre Erfahrungen aus der Wirtschaftswoche sprachen und eindrücklich zeigten, wie wichtig die praxisnahe Förderung des unternehmerischen Nachwuchses ist.

Geopolitische Wolken: Resilienz ist gefragt
Nach der Pandemie und dem Ukraine-Krieg fordert nun der Iran-Konflikt die Resilienz der Schweizer Wirtschaft. Anwander warnte vor den massiven Auswirkungen auf die Energiepreise, die Inflation und die globale Nahrungsmittelversorgung durch den Ausfall wichtiger Düngemittelproduktionen. Auch der Blick Richtung USA bleibt getrübt: Trotz gerichtlicher Urteile hält die Administration Trump an protektionistischen Zöllen fest. Die HAW fordert hier eine konsequente Diversifizierung der Märkte und die rasche Ratifizierung des Mercosur-Freihandelsabkommens, ohne die Landwirtschaft durch übermässige Kompensationen unnötig zu bevorzugen.

Energiepolitik: Technologieoffenheit statt Ideologie
Beim Thema Energie schlug Anwander deutliche Töne an. Die Energiewende sei längst kein reines Ökologie-Projekt mehr, sondern eine Frage der nationalen Versorgungssicherheit. Er forderte mehr Pragmatismus: Um den Winterstrombedarf zu decken, müsse die Option Atomenergie technologisch offenbleiben. Gleichzeitig sei ein Stromabkommen mit der EU finanziell unverzichtbar. Lokal kritisierte er die Winterthurer Stadtregierung: Dass die Stadt seit Jahren die höchsten Strompreise im Kanton aufweist, sei „ärgerlich“ und schade der Dekarbonisierung. Günstiger Strom sei ein essenzieller Teil des Service Public.

Nein zur „Nachhaltigkeitsinitiative“ und zum „Rentenklau“
Im Hinblick auf die Juni-Abstimmungen bezog die HAW klar Stellung:

    • Nachhaltigkeitsinitiative (10-Mio.-Schweiz): Anwander bezeichnete die Initiative als direkten Angriff auf die Personenfreizügigkeit. Ein Kontingentsystem würde Branchen wie den Tourismus oder das Gesundheitswesen hart treffen und Fachkräfte in der Forschung blockieren. „Planwirtschaft ist beim Thema Bevölkerung der falsche Ansatz.“

Standortpolitik: „Schuster, bleib bei deinen Leisten“
Besonderes Augenmerk galt dem kommunalen Richtplan. Die HAW unterstützt das Referendum massiv, da der Plan zu detailverliebt sei und städtebauliche Utopien auf Kosten der Steuerzahler und der Verkehrskapazität zementiere.

Zudem fand Anwander klare Worte zur städtischen Wirtschaftsstrategie und Standortförderung: Dass der Stadtrat die Clusterstrategie (Smart Machines) nun offiziell unterstützt, sei erfreulich, doch die Umsetzung müsse in den Händen der Wirtschaft bleiben. „Wir brauchen keine neuen städtischen Stellen für Wissenstransfer. Das macht die Wirtschaft bereits erfolgreich“, so Anwander. Die Prioritäten der Stadt müssten stattdessen auf schnelleren Baubewilligungen, einer leistungsfähigen Infrastruktur und einer Steuerpolitik liegen, die den Mut hat, Belastungen auch einmal zu senken.

Gastreferent Martin Hirzel, Präsident Swissmem, untermauert in seinem Referat die politischen Aussagen der HAW-Präsidenten. Hierüber berichten wir in einem weiteren Blog