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Finanzen

Ein Blick in die städtischen Finanzen zeigt: Die Kosten in den Departementen steigen auch diese Jahr, ebenso die hohe Verschuldung der Stadt. Priorisierungen, Kostenkontrollen und der notwendige Weitblick sind nicht erkennbar. Weder der Stadtrat noch die Winterthurer Politik haben einen strategischen Plan zur nachhaltigen finanziellen Entwicklung formuliert. Die fehlende Strategie führt zu Fehlallokation von Ressourcen, Effizienzverlusten und verminderter Wettbewerbsfähigkeit. 

Hohe Verschuldung
Blickt man in die Budgets der vergangenen Jahre, so sieht man jährlich steigende Ausgaben, die konsequent um mindestens 5% überschritten wurden. Im wirtschaftlich härter werdenden Umfeld braucht Winterthur zwingend eine Zukunftsstrategie, um die Attraktivität für Bewohner-innen und Unternehmen zu wahren. Fährt man den eingeschlagenen Kurs weiter, so sind es sie, die unter den Konsequenzen zu leiden haben. Die Nettoschulden der Stadt nähern sich rund 1,5 Milliarden Franken - Winterthur rangiert damit auf dem ersten Rang im Kanton Zürich, was die Verschuldung pro Kopf betrifft (hier geht's zum Vergleich). Einen grossen Teil der Schulden wurde erst in den letzten Jahren angehäuft. Dieser Trend muss gestoppt werden, unseren Kindern und Enkeln zuliebe.

Zielführende Massnahmen
Zusätzlich zu den operativen Fragen im Budgetprozess 2022 sind aus Sicht der Wirtschaft folgende wesentlichen Kernfragen zu beantworten und daraus abgeleitet zielführende Massnahmen auszulösen:

  1. Will die Stadt ein Wachstum bei den Arbeitsplätzen? Wenn ja, in welchen Bereichen und was unternimmt die Politik dafür?
  2. Will die Stadt ein Wachstum der Bevölkerung? Wenn ja, in welchem Ausmass
    und in welchen Bereichen und was unternimmt die Politik dafür?
  3. Was unternimmt die Stadt in Mobilitätsfragen zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Winterthur?

Die HAW hat im Herbst 2020 zwei Thesenpapiere zu den Winterthurer Finanzen verfasst. Teil 1 wirft grundsätzliche Strategiefragen auf, Teil 2 brachte konkrete Vorschläge und Ideen für die Budgetdiskussion 2021 und zur langfristigen Finanzplanung. Beide Thesenpapiere besitzen nach wie vor Gültigkeit.

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