KELLER in Space

22.01.19 14:02

Am 22. September 2018 startete eine japanische H-IIB Rakete das HTV-Versorgungsschiff mit dem ACLS (Advanced Closed Loop System) Modul zur internationalen Raumstation ISS. Die Aufgabe des ACLS ist CO2 aus der Raumschiffatmosphäre zu ‘recyceln’ und mittels Elektrolyse neuen Sauerstoff für die Besatzung zu erzeugen. Zur Regelung dieser Prozesse entwickelte und fertigte die KELLER AG für Druckmesstechnik höchst zuverlässige Absolut- und Differenzdrucktransmitter.

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Die internationale Raumstation ISS bewegt sich in ca. 400 km Höhe um die Erde. Da in dieser Höhe kaum Sauerstoff vorhanden ist, muss dieser entweder von der Erdoberfläche geliefert oder an Bord der ISS erzeugt werden. Den Sauerstoff ins All zu bringen ist teuer, denn die Transportkosten für 1 kg Nutzlast belaufen sich auf ca. EUR 33‘000,-. Es ist daher sinnvoll, wenn man versucht, die ausgeatmete Luft der Astronauten aufzubereiten, um damit wieder nutzbaren Sauerstoff zu erzeugen. 

Das ist die Aufgabe des ACLS, welches am 22. September 2018 zum amerikanischen DJAXA_H-IIB_1000x1000pxestiny Modul
(US-Labor) transportiert wurde. Das ACLS entwickelte Airbus für die Europäische Weltraumorganisation ESA. Für die Sauerstoff-erzeugung wird im ACLS-Kreislauf das Kohlendioxid aus der Kabinenluft mit Wasserstoff, der unter Energiezufuhr aus der Aufspaltung von Wasser gewonnen wird, zu Methan und Wasser umgewandelt. Aus dem Wasser wird mit dem so genannten Elektrolyse-Prozess wieder atembarer Sauerstoff gewonnen.
Das System ist laut Airbus für eine Crew von drei Astronauten ausgelegt und spart so auch 450 kg Wasserzuladung pro Jahr.
Bei voller Leistung entfernt das ACLS täglich 3 kg CO2, liefert
2,5 kg O2 und produziert 1,2 kg Wasser. 

Damit diese Prozesse sicher laufen, benötigt das ACLS höchst zuverlässige Komponenten. Der Auftrag
für die Entwicklungen im Bereich Druckmesstechnik erhielt der Schweizer Druckmesstechnik-Hersteller KELLER AG aus Winterthur. Das Projekt stellte höchste Anforderungen, weil in 400 km Höhe innert nützlicher Frist keine Komponenten ausgewechselt werden können, wenn sie ausfallen. Der Beitrag
von KELLER zu dieser Mission besteht aus Absolut- und Differenzdrucktransmittern, die im Bereich
50 mbar…20 bar bei 0…110 °C arbeiten. 

„KELLER hat mit seinen Drucktransmittern, die in zahlreichen Flugzeugtypen vielfältigste Aufgaben übernehmen und mit ihrer Zuverlässigkeit zur Sicherheit unterschiedlichster Systeme beitragen, unter Bewdpa_Start_H-IIB_2018-09-22_1000x734pxeis gestellt, dass die Anforderungen an die Standzeiten (MTBF) von Sensoren im realen Betrieb um ein Vielfaches höher liegen als gefordert“, freut sich Jürg Dobler, Geschäftsführer der KELLER Gesellschaft für Druckmesstechnik mbH. 

„In die ersten Sensorprojekte für die Raumfahrt fliessen selbstverständlich die jahrelangen Erfahrungen für die Luftfahrt aber natürlich auch den industriellen Anwendungen ein.

Andererseits werden natürlich auch Rückwirkungen aus den Raumfahrtprojekten in das breite Spektrum der Drucksensorik bei KELLER erwartet“, ergänzt Dr. Günther Kaden, Consultant Aerospace Sensors.

 Quellenangaben Bildmaterial 

  • Titelbild: Raumstation ISS mit Drucktransmitter für extreme Anforderungen, KELLER AG
  • Bild 1:: Rakete H-IIB vor dem Start im Tanegashima Space Center, JAXA Japan Aerospace Exploration Agency
  • Bild 2: Start zur Raumstation ISS am 22.09.2018 der Rakete H-IIB, dpa Deutsche Presse-Agentur

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